Christus und der Dieb
Nach einem anstrengenden Weg kam der Herr bei Einbruch der Dämmerung mit seinen Jüngern in ein Dorfwirtshaus. Als sie die Schenke betraten, hängten sie ihre Mäntel an die Haken und setzten sich an den langen Eichentisch.
Sogleich brachte ihnen der Wirt ein einfaches Abendessen. Die Pilger begannen mit Appetit zu essen. Sie unterhielten sich über die Ereignisse, die sie am Tag erlebt hatten.
Einer der Jünger bemerkte das ungewöhnliche Verhalten eines örtlichen Gastes. Er beugte sich zum Herrn und flüsterte leise: „Sieh, Meister, ein Mann nimmt dir Geld aus der Manteltasche!“
Christus sagte: „Hindere ihn nicht daran!“
„Was dieser Unglückliche tut, ist Diebstahl! Dieser Mann ist ein Dieb!“ widersprach ein anderer.
„Ja, du hast recht. Wir werden ihn jetzt nicht richten. Er wird selbst erkennen, welche schändliche Tat er begangen hat.“
Der unehrliche Mann verschwand bald aus dem Wirtshaus. Er freute sich, wie leicht er zu Reichtum gekommen war.
Als er nach Hause kam, legte er das Geld auf den Tisch vor seine Frau. Ihre Augen leuchteten vor Freude: „So ein Vermögen! Echte Goldmünzen! Woher hast du sie?“
Der Mann erzählte ihr den ganzen Vorfall.
Anstelle von Dankbarkeit schimpfte die Frau mit ihm: „Du Dummkopf! Warum hast du nicht auch die anderen Oberbekleidungsschichten durchsucht?“
„Ach, ich bin wirklich ein Tollpatsch! Das ist mir nicht eingefallen!“
„Beim nächsten Mal wirst du klüger sein,“ sagte die Frau mit milderer Stimme.
Beide lächelten selig über ihr Glück.
Der Mann legte das Geld in den Schrank.
Dann gingen sie schlafen. Kurz nachdem sie sich gelegt hatten, geschah etwas Seltsames. Die Metallmünzen glühten rot. Von ihnen fing der Holzschrank Feuer und brannte wie Papier.
Das Feuer breitete sich sofort überall aus. Der Tisch brannte, der Boden brannte.
Die Frau schrie: „Mann! Steh auf! Unser Haus brennt! Wir müssen schnell hier weg, sonst verbrennen wir.“
Sie liefen aus dem Haus. Entsetzt sahen sie die ganze Verwüstung. Die mächtigen Flammen verschlangen das ganze Gebäude.
Erst jetzt verband der Häusler den Brand mit seinem unehrlichen Handeln.
„Ach! Was habe ich nur für ein elendes Werk getan!“ klagte er.
„Wir haben unser gesamtes Hab und Gut verloren! Wir sind zu Armen geworden. Eine solche Strafe haben wir nicht verdient,“ schluchzte die Frau.
Zu spät für Gewissensbisse.
Im Osten begann langsam die Dämmerung. Die ersten
Sonnenstrahlen erschienen. Ein neuer Alltag begann gerade.
Ins Deutsche übersetzt von künstlicher Intelligenz
