Die Elster und der Goldkäfer

     Im Tierreich fand eine Hochzeit statt. Ein junger Täubling heiratete eine schöne graue Taube. Alle Tiere aus der Umgebung wurden eingeladen.
     Auch die Elster wurde mit Sorge eingeladen. Über ihren schlechten Ruf war allgemein Bescheid bekannt.
     „Sie stiehlt, was ihr in die Quere kommt,“ stellte der alte Frosch fest.
     Und er hatte Recht. Seine Vorhersage erfüllte sich.
     Als die Hochzeitsfeier in vollem Gange war, nutzte die Elster das allgemeine Chaos aus. Unbemerkt steckte sie sich einen Kaffeelöffel und ein kleines Glas in die Tasche. Sie ging um den Festtisch herum und schnappte sich zudem eine Porzuckerbüchse. Diese legte sie in ihre Lederhandtasche.
     Sie glaubte, dass sie niemand sieht.
     Doch aus der Ferne beobachteten sie der Specht, der Wolf und der Iltis.
     In diesem Moment kam ihnen der Gedanke, dass sie solch ein Vergehen nicht tolerieren sollten. Andererseits wollten sie durch übereilte Maßnahmen die allgemeine Stimmung nicht verderben.
     Die drei Beobachter berichteten den anderen Tieren alles.
     „Wir werden ein paar Stücke verzeihen,“ sagte die blaue Eule.
     „Ich weiß, dass es keine wertvollen Sachen sind. Es geht hauptsächlich um das Prinzip,“ beharrte das Pferd.
     „Jemand sollte es ihr ins Gesicht sagen! So ein Verhalten wird in anständiger Gesellschaft nicht akzeptiert! Das ist unzulässig!“ erklärte die Eidechse.
     „Heilige Wahrheit,“ stimmte der Dachs zu.
     „Wir müssen der Elster offen ins Gewissen reden. Die Frage ist, wer sich dieser unangenehmen Sache annimmt?“ seufzte die schwarze Katze.
     Offensichtlich wollte sich niemand um diese heikle Angelegenheit kümmern. Es war allen peinlich.
     Der erhabene Pfau jedoch hatte eine klare Meinung: „Der anwesende Goldkäfer sollte dazwischenkommen. Er ist ehrlich, wahrheitsliebend, konfliktfrei und kann auch gut reden. Nicht umsonst trägt er so einen prächtigen Namen – der goldene Goldkäfer, lateinisch Cetonia aurata.“
     „Ich?“ wunderte sich der Käfer.
     „Ja. Du bist unsere beste Wahl! Niemand sonst ist geeignet, um die Angelegenheit angemessen zu klären,“ sagte der ehrwürdige Vogel.
     „Nun gut, ich übernehme die Aufgabe. Für das Ergebnis übernehme ich aber keine Verantwortung!“ sagte der vorgeschlagene Kandidat.
     „Ausgezeichnet! Toll! Ich wusste, auf dich ist Verlass,“ jubelte die Waschfrau.
     Der Goldkäfer machte sich sofort auf den Weg zur Elster. Diese saß in der Ecke des Raumes und trank Kaffee.
     „Entschuldige, dass ich dich bei dieser wohltätigen Tätigkeit störe. Ich habe eine unangenehme Angelegenheit auf dem Herzen.“
     Die Elster wurde aufmerksam. Das Erscheinen des Insektenvertreters überraschte sie.
     Der Goldkäfer begann sofort: „Ich komme gleich zur Sache, damit wir keine Zeit verlieren. Heute wurdest du beim unbefugten Umgang mit bestimmten Gegenständen gesehen. Ich will nicht direkt sagen, dass du gestohlen hast. Ich werde deine Taschen nicht durchsuchen. Ich weiß genau, dass du einen Löffel, ein Glas und im Handgepäck eine Zuckerbüchse hast.“
     Der Elster Vorwurf brachte aus dem Gleichgewicht. Zuerst errötete sie vor Scham, dann brach sie in Tränen aus.
     „Ich arme! Ich unglückliche! Ich kann nicht für das, was ich getan habe, verantwortlich gemacht werden! Mein antisoziales Verhalten liegt nämlich in den Genen, die ich ungewollt von meinen Vorfahren geerbt habe.“
     Der Goldkäfer hörte aufmerksam zu.
     Danach sagte er: „Kollegin, wir werden daraus keine Wissenschaft machen. Kurz gesagt, du wirst die Sachen zurückgeben.“
     Der Vogel nickte zustimmend.
     „Für das nächste Mal, wenn eine Veranstaltung stattfindet, kommst du mit vernähten Taschen und ohne persönliche Accessoires. Diese vorbeugende Maßnahme gewährleistet, dass während der öffentlichen Versammlung nichts verloren geht. Bist du damit einverstanden?“
     Der schwarz-weiße Vogel nickte.
     „Ich bin froh, dass wir uns geeinigt haben,“ sagte der goldene Käfer.
     Dann entfernte er sich.
     Die Tiere warteten ungeduldig auf seine Rückkehr.
     „Na, wie ist es gelaufen?“ fragten die Anwesenden.
     Der Goldkäfer erzählte ihnen alles ehrlich.
     „Ich wusste, dass du mich nicht enttäuschen wirst!“ rief die Kuckuck.
     Sogleich war alles geklärt.
     Wieder herrschte gute Stimmung. Die Hochzeitsgäste feierten und amüsierten sich unbeschwert. Sie genossen die festliche Atmosphäre in vollen Zügen.
     Seitdem musste niemand mehr befürchten, dass von der Elster ein Fauxpas drohte.
 
      Ins Deutsche übersetzt von künstlicher Intelligenz